Claudio Abbado Konzert: Chaos + Ekstase

Freitag, 02. November 2018, 19:30 Uhr

Musikverein, Großer Saal
Musikvereinsplatz 1
1010 Wien

Hans Joachim Hespos © Rainer Koehl

Fein eingerahmt zwischen Chaos (Joseph Haydn) und Ekstase (Alexander Skrjabin) spielt das RSO Wien im Goldenen Saal des Musikvereins drei prominente Uraufführungen unter der Leitung von Duncan Ward. Der britische Dirigent, der heuer mit Sir Simon Rattle und Matthias Pintscher in London und Luzern umjubelte Aufführungen von Stockhausens »Gruppen« leitete, ist gerade einmal 28, die drei erfrischend unkonventionellen Komponisten hinter den neuen Werken bringen sage und schreibe 251 Lebensjahre zusammen – und mindestens ebensoviele Ecken und Kanten. Friedrich Cerha betritt mit jedem weiteren Spätwerk Neuland. Nicolaus A. Huber sorgt von seinen Lehrjahren bei Stockhausen und Nono bis heute für Überraschungen – diesmal mit Lachern der pakistanisch-österreichischen Menschenrechtsaktivistin, Publizistin und Islamkritikerin Sabatina James. Hans-Joachim Hespos ist der vermutlich inspirierendste Rebell seiner Generation. Der in Ostfriesland geborene und bei Bremen lebende Komponist kehrt im Jahr seines 80. Geburtstags erstmals in den Wiener Musikverein zurück, wo er 1970 als 32-Jähriger einen Skandal entfacht hatte. Ganz im Zeichen des mutigen Festivalgründers Claudio Abbado erwartet Sie bei diesem Konzert ein hochkarätiges Abenteuer, in dem ein durchaus schiaches Küchenkastl als Soloinstrument und die aktuelle Erste Bank Kompositionspreisträgerin Agata Zubel als Sopransolistin eine Rolle spielen. Wie letztere den finalen »Kreischschrei« der Hespos-Uraufführung interpretieren wird, darf ebenso mit Spannung erwartet werden wie Duncan Wards abschließende Auseinandersetzung mit Skrjabins riesig besetztem »Poème de l’Extase«.

»Seine Musik ist selten eine Setzung, sondern immer ein Horchen, ein Warten, ein Reagieren, das den Hörer mitnimmt auf eine Reise in ‹riskantes Leben und lebendige Prozesse› (Hespos) … Er hat seine eigene Notenschrift entwickelt mit Interpretationsanweisungen wie ‹in sich quirlig vermanscht›, ‹spuckig›, ‹zerknautscht›, ‹näselnd verbeult›, aber auch ‹näselnd verpresst› und weiter: ‹kreischRISSscratch›, ‹trockenStille›, oder ‹mit reichem Dämpferspiel irres geklitter vielfältiger Echoschwingungen erzeugen›. Über 6.000 solcher Spielanweisungen gibt es in den Partituren, die ein allein professionelles Abspielen nicht erlauben, sondern eine totale Identifizierung provozieren, wie es im Jazz der Fall ist.« (Neue Musikzeitung über Hespos)


Interpreten

ORF Radio-Symphonieorchester Wien, Orchester

Tim Schomacker, ImprovisierSchrank

Agata Zubel, Sopran

Duncan Ward, Dirigent

Programm

Joseph Haydn

Die Vorstellung des Chaos (Einleitung zu »Die Schöpfung« Hob. XXI/2) (Text: anonym, nach John Milton) (1796-1798)

Nicolaus A. Huber

... der arabischen 4 (2017) UA

Kompositionsauftrag von Wien Modern, RSO Wien und hr-Sinfonieorchester

Friedrich Cerha

Drei Situationen für Streichorchester (2016-2017) UA

***

Hans-Joachim Hespos

tapis fou. Symphonische Szene für Sopran, ImprovisierSchrank und ausgeräumtes Orchester mit Gelegenheitsdirigent (2016) UA

Kompositionsauftrag von Wien Modern

Alexander Skrjabin

Le poème de l'extase op. 54 (1905-1908)

Anmerkung

Produktion Wien Modern, Koproduktion RSO Wien

Karten

Freitag, 02. November 2018
19:30 Uhr

Claudio Abbado Konzert: Chaos + Ekstase

Die Veranstaltung hat bereits stattgefunden.


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Kartenpreis(e): € 25,-

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